Helge Letonja

geboren in Leoben, Österreich, studierte klassischen Tanz in Graz und Amsterdam sowie Modern Dance bei Alvin Ailey und Erick Hawkins in New York. Engagements führten ihn u.a. ans Ballett der Oper Graz, zu Jan Fabre, Montréal Danse und ans Tanztheaters nach Bremen unter Susanne Linke. Dort begann er 1995 eigene Stücke mitzukreieren. 1996 gründete er steptext dance project, das er 2003 in der von ihm mitkonzipierten Schwankhalle als Produktionsstätte und Zentrum zeitgenössischer Tanzkunst etablierte und bis heute als Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer leitet. Neben seinen bislang rund 50, oft in interdisziplinärer und transkultureller Kollaboration realisierten und weltweit präsentierten Tanzstücken choreografiert er für Operninszenierungen, darunter Produktionen der Salzburger Festspiele, des Opernhauses Zürich, der Staatsoper Berlin, New  National Opera Tokyo und Semperoper Dresden. In seiner eindrücklich sinnlichen Ästhetik entwirft Letonja vitale Reibungsflächen und vibrierende Spiegelbilder gesellschaftlicher Zustände und Prozesse. Seine Werke reflektieren das innergesellschaftliche und

kulturübergreifende Miteinander, verbinden emotionale und mentale Bewegungen individueller und sozialer Körper mit metaphorischen Kontexten. So blickt seine Trilogie DisPLACING Future auf globale Migrationsströme, und die europäisch-afrikanisch koproduzierten und besetzten Stücke Homescapes(2012), Boxom (2014) und Out of joint (2017) verhandeln transkulturelle Entwürfe.
Als Festivalleiter und versierter Projektinitiator, sowie als Vorstandsmitglied des Dachverband Tanz Deutschland engagiert sich Letonja in vielfältigen institutionellen und künstlerischen Kooperationen für die regionale wie internationale Entwicklung, Vernetzung und Vermittlung der Tanzkunst. So leitete er den Bereich „Freie Kompanien“ der Norddeutschen Tanztreffen – Tanzplan Bremen, zählte u.a. zu den maßgeblichen Gestaltern der mehrere Länder und städtische Partner einbindenden Projekte KoresponDance Europe, zuhause.anderswo und Sehnsucht Europa, sowie des Festivals AFRICTIONS. Mit steptext nominiert für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2013 und den george tabori preis 2014 sowie ausgezeichnet mit dem Bremer Diversity Preis 2016 erschließt Letonja den Tanz als Mittler kultureller Diversität, gesellschaftlicher Teilhabe, interdisziplinärer Kunst und Forschung.

BIOGRAPHIE

PRODUKTIONEN

„Mit jedem Stück suche ich eine

eigene Tanzsprache für ein

Motiv aus dem Fragenstorm

unserer Gesellschaft…“